Eger ist keine Feldschlacht, die lediglich vor eine Kulisse aus Mauern versetzt wurde. Im September 1552 müssen die nach der Einnahme von Szolnok eingetroffenen osmanischen Heere ihre Überlegenheit im Feld in die Besetzung einer auf einem Höhenrücken gelegenen Festung umsetzen, die aus innerer Burg, äußerer Burg und einer Trennmauer besteht. Batterien, Gräben, Faschinen und Minenstollen treiben die Belagerung abschnittsweise voran. Eine Erklärung anhand einer durchgehenden Frontlinie ginge über den Rahmen des Dossiers hinaus.
Dobós Garnison ist zahlenmäßig weit unterlegen, verfügt jedoch über innere Verbindungswege, Geschütze, die mehrere Seiten bestreichen können, eine Reserve und Arbeiter, welche die Schäden nachts ausbessern. Die osmanische Artillerie zerstört Mauern, und Mineure erreichen den Bereich des alten Tors; eine Bresche ist jedoch nur dann von Wert, wenn eine Kolonne sie durchqueren, unter dem inneren Feuer halten und genügend Männer hindurchführen kann.
Am 29. September sowie am 12. und 13. Oktober scheitern die Angriffe trotz der Öffnungen. Dazwischen verändern die versehentliche Explosion eines Pulvermagazins, Gegenminen, örtliche Ausfälle und Verteidigungsarbeiten die Lage. Am Ende ist die Festung verwüstet und die Verlustzahl umstritten, doch das osmanische Heer zieht seine Belagerungsgeräte ab und verlässt Eger am 17.–18. Oktober, bevor es die Ruine in eine Garnison verwandeln kann.